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Eine Alternative zum Fundamentalismus |
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Samstag, den 26. Juni 2010 um 18:14 Uhr |
Religionssoziologin Helen Rose Ebaugh sieht in der Gülen-Bewegung eine Chance für den Westen
Interview: Matthias Daum
Wieso tut man sich im Westen so schwer mit der Gülen-Bewegung?
Das hat viel mit einer allgemeinen Islamophobie nach 9/11 zu tun. Fundamentalistische Bewegungen beunruhigen die Leute sehr. Gleichzeitig weiss man wenig über sie. Das gilt auch für andere islamisch geprägte Bewegungen, wie etwa die Gülen-Bewegung.
Also klären Sie uns auf. Wie würden Sie die Gülen-Bewegung beschreiben?
Es ist eine vom Islam inspirierte Bürgerbewegung. Sie ist weder politisch noch per se religiös. Ihre Ursprünge hat sie in der Türkei. In den turbulenten 1960er Jahren umwarben Kommunisten und Sozialisten die Jugend. Fethullah Gülen war darüber sehr beunruhigt. Er wollte der Jugend eine Alternative bieten.
In Europa gilt die Bewegung als konservativ. Ist sie das?
Sie ist konservativ insofern, als Herrn Gülens Message lautet: «Wir müssen die Jugend erziehen.» Er sagt, gute Muslime könnten gleichzeitig die besten Doktoren, Lehrer oder Forscher sein.
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