Für eine Gemeinsame Zukunft


Institut In den Medien Das Andere kennen lernen
Das Andere kennen lernen
Dienstag, den 25. September 2007 um 00:00 Uhr

Nachdem am 10. September die Türen der Katholischen Stadtkirche in Uznach offen standen, um Interessierte aller Konfessionen einen Einblick in die christliche Welt zu gewähren, standen auch am vergangenen Sonntag, 23. September 2007, die Pforten des Türkisch-Schweizer Kulturzentrums in Uznach offen, um den Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Einblick in ihren Glauben zu geben.

Die Welt in Schwarz-Weiss ist trist und traurig. Unterschiede der einzelnen Menschen in Kultur, Religion und Herkunft sollten als Quell der Schönheit und Vielfalt begriffen werden. Und so malen Kinder verschiedener Hautfarben, in einem Film vom Dialoginstitut Zürich, die graue Erde bunt an. Das Bild erreichte so Lebendigkeit und Lebensfreude. Ausgehend von diesem Film über die bunte Vielfalt der Kulturen und Religionen bot das Türkisch-Schweizer Kulturzentrum in Uznach Einblicke in das religiöse Leben der Muslime.

Vorurteile überwinden

Das Zusammenleben wird in unserer Gesellschaft immer bunter. Viele Menschen verschiedener Nationalitäten und Glaubensrichtungen leben in einem Ort Tür an Tür. Doch die Unwissenheit über andere Kulturen und Konfessionen ist gross. Gerade gegen Menschen aus der islamischen Welt herrschen in Europa grosse Vorurteile, nicht zuletzt forciert durch die Medien, nach den Ereignissen des 11. September 2001.

Die Mauer der Angst und des Unverständnisses sind aber nur zu überwinden, wenn man mehr vom Anderen weiss und ihn als Mensch kennen lernt. In dem Sinne hat der Kanton St. Gallen die IDA 2005 ins Leben gerufen, in Zusammenarbeit von Vertretern der christlichen und islamischen Religionsgemeinschaften. Im Vordergrund steht das Kennenlernen des Anderen und die Bereicherung des Eigenen.

In diesem Zusammenhang standen nun auch die Türen des Türkisch-Schweizerischen Kulturzentrum offen und jeder war eingeladen zu einem Ramadan-Fastenbrechen. Schon am Eingang trafen die Gäste auf Unterschiede zur bekannten christlichen Religion. Man musste sich erst einmal seiner Schuhe entledigen und Barfuss oder besser auf Socken durch die Räume der Gemeinschaft wandeln. Herzlich begrüsst wurden die Besucherinnen und Besucher von den Mitgliedern des Kulturzentrums und konnten erst einmal Platz nehmen um Näheres über die Aktionswoche und den islamischen Glauben zu erfahren.

Einblicke bekommen

Cebrail Terlemez vom Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog, begrüsste die Gäste und erklärte kurz die Zusammenhänge des Ramadan-Fastenbrechen. Erika Meier-Ebneter (Regionales Kompetenzzentrum Integration Linthgebiet) dankte den Gastgebern, dass sie Einblick in ihr kulturelles religiöses Leben geben und betonte, dass Sicherheit im Umgang miteinander nur gewonnen werden kann, wenn man das andere kennt. „Die Begegnung und das gemeinsame Erleben sind der wichtigste Punkt der Integration“, so Meier. Erol Dere betonte die Bereicherung für ihn, die Kirchenführung vor zwei Wochen mit gemacht zu haben und betonte, den ständigen Versuch des Vereins, mit anderen Menschen in einen Dialog zu treten.

Einblicke in die religiösen Eigenarten gab Fatih Kurdoglu (Kursleiter im Zentrum). Von der rituellen Waschung, über die Gebetsrichtung gen Mekka, sowie Gebetszeiten und deren Anzahl. Danach konnten die Besucherinnen und Besucher ein Gebet der Islamischen Gemeinschaft miterleben. Die unbekannten Klänge bekamen durch den persönlichen Bezug der Menschen eine andere Wirkung und erschienen dadurch weniger fremd.

Nach all den vielen Informationen und Eindrücken waren die Gäste zum Abendessen geladen. Auch die dargebotenen Speisen erschienen für unsere bekannte Kultur fremd, doch beim gemeinsamen Mal und dem Spüren des Geschmacks, entstand eine gewisse Vertrautheit. Und so rückten an diesem Sonntagabend die Religionen in Uznach ein wenig näher zusammen, damit unsere Welt bunter werde.

Von: Thomas Geissler

 

Vorurteile 

"Es ist schwieriger ein Vorurteil, als ein Atom zu zerstören."

Albert Einstein

Minderheiten

"Jede Zivilisation ist daran zu messen, wie sie mit ihren Minderheiten umgeht."

Mahatma Gandhi 

 

Krieg und Frieden

"Der Krieg ist gewonnen – aber nicht der Friede."

Albert Einstein

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