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Interessierte Muslime in der katholischen Kirche
Zum Auftakt der interreligiösen Dialog- und Aktionswoche im Kanton St. Gallen besuchten türkische Muslime die Pfarrkirche in Uznach. Es waren zwei interessant verlaufene Stunden am Montagabend in Uznach, in denen vor der Kirche Erika Meier-Ebneter vom Regionalen Kompetenzzentrum Integration Linthgebiet eine stattliche Zahl türkischer Muslime und ganz wenige Christen begrüssen konnte. Es gehe darum, einander kennenzulernen, um so den Austausch zu fördern und im Alltag respektvollen Umgang pflegen zu können. Seit einem Jahr stellt sich das regionale Kompetenzzentrum in den Dienst dieser Anliegen, denn immer wieder müsse man feststellen, dass man zu wenig voneinander wisse. Dies gelte für den kulturellen wie vor allem für den religiösen Bereich. Vom Weihwasser bis Beichtstuhl Pfarrer Michael Pfiffner gewährte zunächst auf gut verständliche Weise – das Wichtigste wurde immer wieder übersetzt – Einblick ins Christentum, das Katholiken, Reformierte, Orthodoxe und etliche andere Gemeinschaften umfasst, und führte dann am Beispiel der Uzner Pfarrkirche durch all das, was zur katholischen Religion gehört, von den Weihwasserbecken bis zum Beichtstuhl. Dabei verglich er die heutigen Gegebenheiten mit Früherem, etwa die Art, wie heute Gottesdienst gefeiert wird, anders als noch alles Lateinisch war und zwischen dem Priester am Altar und den Mitfeiernden kaum eine Beziehung bestanden hat. Pfarrer Pfiffner erläuterte die Bilder in der Kirche, die Statuen, erklärte den Sinn des Tabernakels und auch die Verwendung von Brot und Wein für die Feier der Eucharistie. In der Sakristei lernten die Teilnehmenden die kirchlichen Gewänder kennen. Sie durften Chrisam riechen, erfuhren, weshalb die Christen den Sonntag feiern im Gegensatz zum Freitag oder dem Sabath. Vielseitige Aufgaben des Pfarrers Zu dieser Führung gehörte auch ein Einblick in all die Aufgaben, die ein Seelsorger zu erfüllen hat. In diesem Zusammenhang wurden Fragen gestellt zum Zölibat, zu Mönchen und Nonnen in Klöstern, auch zum persönlichen Werdegang von Pfarrer Pfiffner, der eigentlich Lehrer werden wollte, was ihm heute zugute kommt, wenn er etwas erklären möchte. Die muslimischen Zuhörer spürten sein Engagement, zeigten sich dankbar für diese Führung und diskutierten mit ihm und anderen Christen bei Kaffee und Kuchen noch lange über all das, was ihnen vorher gezeigt und erklärt worden war. Cebrail Terlemez, Geschäftsleiter im Institut für Interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog in Zürich, und Erol Dere, Vorsitzender des türkisch-schweizerischen Kulturvereins, Schmerikon, zeigten sich besonders dankbar für die Führung, die ihnen einen tiefen Einblick ins kirchliche Leben der Katholiken ermöglicht hat. Ohne Zweifel fördern solche Anlässe das Zusammenleben von Christen und Muslimen im Alltag. Vivant sequentes! |