Für eine Gemeinsame Zukunft


Institut In den Medien Verständnis erwächst aus dem Austausch
Verständnis erwächst aus dem Austausch
Freitag, den 09. Mai 2008 um 00:00 Uhr

Ganz im Zeichen des zwischenmenschlichen Dialoges und des direkten Kontaktes stand am Mittwoch, 7. Mai, die vom interreligiösen Arbeitskreis Linthgebiet zusammen mit dem Türkisch-Schweizerischen Kulturverein Uznach organisierte Veranstaltung 'Begegnung mit dem Islam'. Ein Anlass, dem in einer multikulturellen und multireligiösen Zeit eine besondere Bedeutung zukommt.
 
Cebrail Terlemez, Geschäftsführer vom Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog Zürich, würdigte den Dialog-Abend als der den Abend als „historisches Ereignis für das Linthgebiet.“
„Als Angehörige von unterschiedlichen Religionen brauchen wir mehr als je zuvor Möglichkeiten uns zu begegnen und in den Dialog miteinander zu treten“, erklärte Erika Meier, Leiterin des regionalen Kompetenzzentrums Integration Linthgebiet einleitend vor den zahlreichen Teilnehmenden, welche den Weg in die Räumlickeiten des Türkisch-Schweizerischen Kulturvereins Uznach gefunden hatten. Der Abend war dem Dialog zwischen Muslimen und Christen gewidmet. Der Interreligiöse Arbeitskreis Linthgebiet besteht seit Dezember 2007. Er hat zum Ziel den interreligiösen Dialog im Linthgebiet durch Vernetzung, Information, Begegnung und Austausch zu fördern. Vertreten sind hier neben Meier auch das katholische Dekanat durch Lukas Hidber, die evangelische Kirchgemeinde Uznach und Umgebung durch Pfarrer Heinz Schmitt, der Bosnischen Kulturverein Schmerikon und der Türkisch-Schweizerischen Kulturverein Uznach, sowie Cebrail Terlemez, Geschäftsführer vom Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog Zürich.

Wissen beseitigt Hemmnisse und schafft Vertrauen

Angesichts der veränderten religiösen Landschaft in der Schweiz, welche in den vergangenen Jahrzehnten vielfältiger geworden ist, sei das Zusammenleben nicht immer einfach, erklärte Meier. Umso wichtiger sei es, einen Weg für ein Miteinander zu finden, auf dem Hemmnisse und Verunsicherungen beiseite geschafft werden und der über Verständnis führt. All dies falle aber nicht vom Himmel, sondern ist das Ergebnis aktivem Bemühens, erläuterte sie weiter.

Dies bestätigte auch Cebrail Terlemez, der den Abend als „historisches Ereignis für das Linthgebiet“ würdigte. Er betonte darüber hinaus auch die Bedeutung der Zusammenarbeit in Gruppen wie des interreligiösen Arbeitskreises Linthgebiet, welche Vertrauen schaffen und auch in möglichen Konfliktsituationen helfen können, dass man diesen nicht hilflos gegenüber stehe. Nicht zuletzt könnten aber eben diese Konflikte durch die Aktivitäten wie dem Anlass vom Mittwochabend vermieden werden, indem das Wissen um die jeweils andere Religion und Lebensweise zunimmt.

Zu mehr Wissen trug dann auch eine kurze Ansprache von Erol Dere, Präsident des türkisch-schweizerischen Kulturvereins, bei, der diesen vorstellte. Das Bekanntmachen der islamischen Kultur und die Schaffung von Freizeitangeboten gehören genauso zu den Zielen des Vereins, wie Bildungsangebote für Eltern und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Auch die beiden Vertreter der Schweizer Landeskirchen machten in ihren Grussworten auf die Bedeutung des gegenseitigen Kennens und Achtens aufmerksam. So machte Heinz Schmitt mit einer amüsanten Anekdote auf seiner Jugend deutlich, wie wichtig der persönliche Kontakt sei, um Vorurteilen und Klischees entgegen zu treten. „Nicht im Dialog mit anderen Religionen zu stehen, das ist für mich undenkbar“, erklärte er. Doch müssen immer auch Gesichter und Individuen dahinter stehen, damit ein wahrer Dialog entstehe. Hier konnte auch Lukas Hidber aus seinen Erfahrung als Volontär in Jerusalem berichten, die ihm lehrten, dass es nicht zuletzt wichtig ist, sich selbst und die eigene Religion zu kennen, um offen für anderes sein zu können. Mit einem Zitat aus Dokumenten des zweiten Vatikanischen Konzils dokumentierte er die hier aufgeführten Gemeinsamkeiten der beiden Weltreligionen und die darin verbriefte Hochachtung der katholischen Kirche vor den Muslimen.

Gelebter Dialog

Der Kursleiters des Dialog-Instituts, Fatih Kurdoglu lud schliesslich die Anwesenden ein, nicht länger sitzen zu bleiben, sondern mit ihm in die Moschee zu gehen. Ausführlich erläuterte er hier die Funktion der Moschee, die Gebetsnische und ihre Ausrichtung nach Mekka und Medina, den Ramadan und weitere rituelle Handlungen. Hier regneten haufenweise spannende Informationen auf die Anwesenden nieder, über die es sich schliesslich auszutauschen galt. Und so wurde der Abend mit dem vielleicht wichtigsten Teil  des Anlasses abgeschlossen - einem Essen, bei dem der Dialog, das gemeinsame Gespräch ausgiebig stattfinden konnte. Was vorher auf theoretischer Basis erläutert wurde, fand hier gelebt statt und brachte die Teilnehmenden einander auf der Ebene näher, die als Basis für ein harmonisches Miteinander unabdingbar ist: Von Mensch zu Mensch.

Von: Nadine Rydzyk

 

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"Es ist schwieriger ein Vorurteil, als ein Atom zu zerstören."

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