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Zu einem Einblick in die Welt der muslimischen Mitbürger luden der interreligiöse Arbeitskreis Linthgebiet und der Türkisch-Schweizerische Kulturverein Uznach am Mittwochabend in ihr Kulturzentrum bei der Rotfarb ein. VON RENATE AMMANN Uznach. – Der Händedruck an der Eingangstür des Türkisch-Schweizerischen Kulturzentrums im Gewerbezentrum der Einrosenstadt von Menschen mit lachenden Gesichtern kam von Herzen. Sie beherrschen den Dialekt zum grössten Teil wie unsereins, sind teilweise auch hier geboren, ihre Wurzeln aber liegen in der Türkei oder in Bosnien. Und in ihrer Heimat wurde ihnen auch die viel gepriesene Gastfreundschaft in die Wiege gelegt. Trotzdem war es Neuland, das die Besucher betraten und das eine gewisse Unsicherheit auslöste. Völlig überflüssig, wie sich rasch herausstellte. Veränderte religiöse Landschaft «Die religiöse Landschaft hat sich seit der Nachfrage nach ausländischen Arbeitskräften stark verändert», bemerkte Erika Meier, Leiterin des regionalen Kompetenzzentrums Integration Linthgebiet, in ihrer Begrüssung. Seit Dezember 2007 bestehe der interreligiöse Arbeitskreis. Er habe sich die Förderung des interreligiösen Dialogs im Linthgebiet durch Vernetzung, Information, Begegnung und Austausch zum Ziel gesetzt.
Basis dafür ist die St. Galler Erklärung für das Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog. Aus der Region sind das Katholische Dekanat durch Dekan Lukas Hidber und die Evangelische Kirchgemeinde Uznach und Umgebung durch Pfarrer Heinz Schmitt vertreten. Neben dem Bosnischen Kulturverein Schmerikon und dem Türkisch-Schweizerischen Kulturverein Uznach ist Cebrail Terlemez, Geschäftsführer vom Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog Zürich, in der Arbeitsgruppe vertreten. Plattform für Diskussionen «Friedliches Zusammenleben fällt nicht vom Himmel», betonte Meier, «wir müssen Rahmenbedingungen schaffen, und es braucht den Dialog.» Zum Ergebnis komme man nur in vielen kleinen Schritten und dem Bündeln der positiven Kräfte. Als historisches Ereignis bezeichnete Terlemez dieses Treffen. Die Arbeitsgruppe sei eine gute Plattform für Diskussionen. «Dazu benötigen wir Geduld, müssen aber auch Vertrauen schaffen», und das sei ein längerer Prozess. Immer am Ball bleiben heisse die Devise, und zudem sollten die Resultate der drei bis vier Treffen im Jahr in die Gemeinden getragen werden.
Während Erol Dere die Ziele und Angebote des türkisch-schweizerischen Kulturvereins vorstellte, blickte Heinz Schmitt auf seine Jugendzeit zurück, als er von seiner Mutter vor den Katholiken gewarnt wurde. «Keinen Kontakt zu anderen Religionen, das ist für mich undenkbar, aber der Dialog muss ein Gesicht haben», und darauf freue er sich. Die hautnahe Berührung mit dem Islam kennt Lukas Hidber aus eigener Erfahrung von Jerusalem. Es seien mehrheitlich bereichernde Begegnungen gewesen, doch für gute Dialoge müsse man sich kennen. Moschee und Koran «Shalom und Grüezi mitenand» hiess es auch von Seiten des Kursleiters des Dialog-Instituts, Fatih Kurdoglu, und dies in der Moschee, die eine ebenso zentrale Rolle im Islam spielt wie der Koran, dessen Sprache aber kaum jemand versteht. Ausführliche Details erfährt man von ihm über die nach Mekka und Medina ausgerichtete Gebetsnische, über den Ramadan und rituelle Handlungen und die nicht institutionalisierte Stellung des Imans im Gegensatz zur Machtstellung des christlichen Pfarrherrn.
Während es hier bereits zu vielen Dialogen kam, wurden sie insbesondere an den Tischen bei köstlichem Sarma, Bül Bül Yuvasi, Matti, Börek und anderen Delikatessen der türkischen Küche gepflegt.
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