| Friedliches und bereicherndes Miteinander |
| Freitag, den 11. September 2009 um 14:21 Uhr |
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Mitten im Fastenmonat Ramadan lud der Türkisch-Schweizerische Kulturverein Uznach am Mittwochabend zum Dialog und gemeinsamen Essen in sein Zentrum bei der Rotfarb ein. Uznach. - Die Schuhe direkt hinter der Haustüre auszuziehen, ist ein erstes Ritual, dem sich am Mittwochabend auch alle Gäste nicht entziehen. Dennoch ist da und dort eine kleine Hemmschwelle in Anbetracht des Unbekannten spürbar, das auf etliche der Besucher wartet. «Grüezi und herzlich willkommen», die überaus freundlichen Stimmen, die lachenden Gesichter und nicht zuletzt ein häufig gehörtes lupenreines Schwizerdütsch lassen alle Unsicherheiten ziemlich rasch vergessen. «Wir sind Menschen, die im gleichen Land miteinander leben, die gleichen Geschäfte besuchen und uns auf der Strasse begegnen», meint Erol Dere, Präsident des Türkisch-Schweizerischen Kulturvereins Uznach, «das ist der Grund für unsere Bemühungen, uns besser kennen zu lernen und Dialoge miteinander zu führen.» Von Neumond zu Neumond Im Mittelpunkt steht das Zeremoniell rund um den Fastenmonat Ramadan, der in diesem Jahr vom 21. August bis 19. September dauert. «Immer von Neumond zu Neumond», fügt Fatih Kurdoglu vom Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog in Zürich hinzu. Noch vor der Morgendämmerung dürfe Nahrung und Wasser aufgenommen werden, aber dann gebe es bis zum Sonnenuntergang weder etwas Essbares noch etwas zum Trinken. «Die ersten drei Tage sind am schwierigsten, bis man sich daran gewöhnt hat», allerdings sehne man sich trotzdem häufig den Abend herbei, gibt er unumwunden zu. Kinder bis zur Pubertät, Kranke und Schwangere seien vom Fasten ausgeschlossen. «Wer möchte, kann das Fasten zu einem geeigneten Zeitpunkt nachholen.» Zwei Minuten vor 20 Uhr wird an jenem Abend das Fasten beendet, doch nicht ohne das vorherige obligate Gebet, zu dem der Muezzin in die Mini-Moschee aufruft. Die Männer nehmen vorne ihre Plätze ein und die Frauen getrennt dahinter. «Der Ablauf des Gebetes ist vorgeschrieben», so Kurdoglu, «es sieht verschiedene Körperhaltungen, Bittgebete, Lobpreisungen und Rezitationen aus dem Koran vor und alle beten in Richtung Mekka.» Bei den über den Tag verteilten Gebeten, die ungefähr fünf Minuten dauern, spreche jeder das, was für ihn wichtig sei und sei auch in der Sprache nicht gebunden. Die Frage, wie viele der in der Schweiz lebenden Muslime sich an diese Rituale halten, kann Kurdoglu nicht beantworten. «In der Türkei sind es rund 40 Prozent.» Reger Informationsaustausch Auch wenn sich inzwischen herrliche Düfte vom köstlich zubereiteten Buffet in den Räumen breit machen, lassen sich weder die Muslime in ihren religiösen Handlungen noch die zuschauenden Gäste davon beeinflussen. Dann allerdings langen alle mit Freuden bei den offerierten Köstlichkeiten aus der türkischen Küche zu, vor allem aber wird während des Essens der gewünschte Kontakt intensiv gepflegt. «Ein solcher Informationsaustausch auf praktischer Ebene ist enorm wichtig», erklärt Erika Meier, Leiterin des regionalen Kompetenzzentrums Integration Linthgebiet. «Einblick in die Räume geben, in denen das Leben stattfindet, und nicht nur durchs Fenster schauen, nur auf diese Weise lassen sich Vorurteile abbauen.» Mit Freude verweist sie auch auf die nächsten Veranstaltungen im Rahmen der interreligiösen Dialog- und Aktionswoche am kommenden Samstag im Uzner Begegnungszentrum und auf die Unterzeichnung der St. Galler Erklärung. |
Vorurteile"Es ist schwieriger ein Vorurteil, als ein Atom zu zerstören." Albert Einstein |
Mehr Liebe"Eine neue Moral ist vonnöten. Wir brauchen mehr Mitgefühl, Grosszügigkeit, Solidarität, Toleranz und unbestreitbar mehr Liebe" Oscar Arias Sanchez |
Konflikte"Man sollte nicht neue Konflikte schaffen, indem man alte Konflikte in die Gegenwart überträgt" Fethullah Gülen |