Für eine Gemeinsame Zukunft


Institut In den Medien Christen und Muslime im Gespräch
Christen und Muslime im Gespräch
Donnerstag, den 05. Februar 2009 um 08:51 Uhr

595_3_logo_neue_luzerner_zeitungMit dem Thema Barmherzigkeit und Liebe haben sich Angehörige verschiedener Religionen befasst.
50 Muslime und Christen haben sich im Begegnungs- und Bildungszentrum Eckstein in Baar mit dem Thema
«Barmherzigkeit und Liebe in den beiden Religionen» auseinandergesetzt. Die Fokolar-Bewegung, die sich seit
über 30 Jahren im interreligiösen Dialog engagiert, hat die Tagung organisiert.

Leute aus 13 Nationen

«O mein Prophet! Wir haben dich wahrlich als Barmherzigkeit für alle Welten geschickt.» Mit diesen Worten
erkläre Gott den Sinn der Sendung des Propheten Muhammed im Koran, sagte Imam Ali Cetin von Baar am
Meeting für Muslime vor den Teilnehmern.

Ein multikulturelles Volk hatte sich versammelt, das verschiedener nicht hätte sein können, aus allen
Landesteilen und aus ursprünglich über 13 Nationen. Alle jedoch vom Wunsch beseelt, sich miteinander für
mehr Geschwisterlichkeit in der Welt zu engagieren, im Respekt vor der Religion und der Kultur des andern.
Ajnur Akalen vom Institut für interkulturelle Zusammenarbeit und Dialog in Zürich, zeigte in ihren interessanten
Ausführungen auf, dass für die Muslime «der Ursprung allen Seins in der Barmherzigkeit liege ... In seinem
Anspruch, Mensch zu sein, ist jeder Mensch dazu verpflichtet, allen Lebewesen Mitgefühl zu zollen.»

«Pakt der Barmherzigkeit»

Der christliche Standpunkt zum Thema wurde durch Lucia Mantovani von der Fokolar-Bewegung erläutert. Die
Charakteristiken der christlichen Nächstenliebe seien, «Gutes zu tun, solidarisch zu sein, sensibel für die
Bedürfnisse, Erwartungen und berechtigten Ansprüche der Brüder und Schwestern, die Würde der andern zu
achten, absichtslos und verständnisvoll zu sein, zu teilen und keinen auszuschliessen». Die Fokolar-Bewegung
sei auf der Grundlage eines so genannten «Paktes der Barmherzigkeit» zu Stande gekommen. Den Schwächen
und Unzulänglichkeiten jedes Einzelnen wurde eine innere Generalamnestie entgegengesetzt, die jedem
gewährt wurde, eine Haltung umfassender Vergebung.

Eine Video-Collage mit Auszügen von Reden von Chiara Lubich, der kürzlich verstorbenen Gründerin der
Fokolar-Bewegung, bei verschiedenen Begegnungen mit Muslimen zeigte den Teilnehmern klar auf, wie auf der
Grundlage der so genannten «goldenen Regel», die in ähnlicher Weise in allen heiligen Büchern der
Weltreligionen zu finden ist, das Verständnis und die Geschwisterlichkeit unter Christen und Muslimen an vielen
Orten der Welt gewachsen ist: «Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.» (cf Mt
7,12) Auch Imam Samir Jelassi aus Lugano unterstrich in einem Statement seine Überzeugung, dass der
Glaube an Gottes Barmherzigkeit und deren Umsetzung im täglichen Leben in der Welt ihren Weg finden wird.
Erlebnisse von Christen und Muslimen erläuterten, wie Barmherzigkeit und Liebe im Alltag ganz konkret gelebt
werden können. Viel Zeit war dem Austausch gewidmet.

Taner Hatipoglu, Präsident der Islamischen Organisationen in Zürich, der überraschend einige Stunden in Baar
verbringen konnte, meinte und drückte dabei die Gefühle der meisten Anwesenden aus: «Dies war ein sehr
kostbarer Tag. Ich habe eine starke Botschaft der Liebe erfahren, die mir eine tiefe Hoffnung gibt. Wir möchten
diesen Dialog unbedingt weiterführen.»

Hanny Knüsel, Fokolar-Bewegung, Siedlung Eckstein, Baar

 

Hindernisse

"Die Hindernisse für den Frieden befinden sich in den Köpfen und Herzen der Menschen"

Norman Angell

Vergangenheit

Die Vergangenheit ist verschwunden, alles was gesagt wurde gehört dorthin, jetzt ist es Zeit von neuen Dingen zu sprechen.

Mevlana Rumi

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"Man sollte nicht neue Konflikte schaffen, indem man alte Konflikte in die Gegenwart überträgt"

Fethullah Gülen

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